Was tun? – Workshops für eine aufmüpfige Zukunft

am Mattenstrassen-Hauskauf-Fest (26./27. April).

Samstag, 27. April 2019 16 Uhr – 17.30 Uhr – Treffpunkt im Schuppen

Während den Feierlichkeiten zum genossenschaftlichen Kauf der Mattenstrasse 74/76 diskutieren wir, wie wir uns in Zukunft praktisch organisieren können. Wir tun dies mit einem Workshop-World-Café: Alle Workshops finden gleichzeitig statt, in der Hälfte der Zeit haben alle die Möglichkeiten, zu wechseln und einen zweiten Workshop zu besuchen.

Kommt und bringt euch ein!

Diese Workshops werden angeboten:

Was tun mit den Mattenstrasse-Gemeinschafträumen?
Die Häuser sind gerettet, doch das ist erst der Anfang: Die BewohnerInnen der Mattenstrasse planen nicht nur die Sanierung der Wohnungen, sondern auch die Nutzung der Gemeinschaftsräume des Innenhofs. Neben Bistro Fräulein Schranz,  Gemüseoutlet Schrumpel, alternativer Kräuterapotheke EPPA oder Quartier-Brotofen gibt es auch den Veranstaltungsraum im Schuppen, der mit neuen Projekten bespielt werden kann. Wir informieren über geplante Projekte, führen durch die Räume und diskutieren neue Projektideen und Unterstützungsmöglichkeiten.

Hände weg vom Rosental! Was tun gegen die Aufwertung des Quartiers?
Das Rosental wandelt sich seit einigen Jahren stark. Auf der Erlenmatt entsteht ein neues Quartier im Quartier, im alten Rosental hingegen kommt es immer wieder zu Abrissen, Kündigungen und Mieterhöhungen. Bald wird das heute für die Öffentlichkeit unzugängliche Rosental-Areal vom Kanton entwickelt werden. Wir von „Hände weg vom Rosental“ setzen uns kritisch damit auseinander – und laden euch alle ein, sich auszutauschen, wie wir uns für eine solidarische Entwicklung unseres Quartiers einsetzen können.

Recht auf Stadt! Was tun gegen die aktuellen Massenkündigungen?
Ein Jahr nach dem 4xJA am 1o. Juni fegt eine neue Welle von Massenkündigungen durch die Stadt – sei es an der Feldbergstrasse, am Schorenweg, an der Webergasse, der Ryffstrasse und an vielen weiteren Orten. Wir diskutieren, wie wir uns vernetzen und die gekündigten Mieter*innen unterstützen – sei es mittels einer Fahnenaktion, einer Demonstration, einem Mietstreik, oder: euren weiteren Ideen.

Alle beraten alle: Was tun am Fem.Streik?
Noch 49 Tage bis zum 14. Juni! Bist du auch dabei? Gründe und Formen für den feministischen Streik gibt es viele und genau darüber wollen wir uns in diesem Workshop austauschen! Wir geben einen kurzen Überblick über Aktivitäten des Streikkomitees Basel und zeigen Möglichkeiten, wo mensch sich vernetzen oder einbringen kann. Und wir wollen über unsere eigene Beteiligung am Streik und die dazu passende Aktionsform reden. Der Workshop ist offen für alle Geschlechter, weil besonders für männlich sozialisierte Menschen die Frage nach der Beteiligung am Streik herausfordernd ist.

Festival Mattenstrasse – Carambolage – Spit

Wo die Erlenstrasse und die Mattenstrasse aufeinandertreffen, kommt einiges zusammen: Die Mattenstrasse 74/76 mit dem öffentlichen Wohnhof, die Kollektiv-Bar Carambolage in der Erlenstrasse 34 und die feministische Bibliothek Sp!t in der Erlenstrasse 44. Lasst uns das gemeinsam feiern!

Donnerstag, 20. September bis Sonntag, 23. September, inklusive einer Einwärmveranstaltung am Mittwoch, 19. September!

Kommt zahlreich – wir freuen uns auf Diskussion, Tanz und Solidarität!

Das gesamte Programm gibt es hier als pdf

 

Kino Vagabund im Mattenhof

Donnerstag, 21. Juni und Donnerstag, 28. Juni ab 21 Uhr im Innenhof

Zur Info: Wir werden im ganzen vier Filme zeigen. Im Juli geht es weiter!

Das Kollektiv Kino Vagabund ist ein dynamisches Wanderkino, das in Basel Plätze belebt. Mit der dritten Themenreihe nistet es sich diesen Sommer im Innenhof der Mattenstrasse ein und zeigt Filme rund ums Thema Nachbarschaft.

Wir wollen uns mit euch über Vereinzelung, Selbstorganisation, Nachbarschaft und Allianzen im Quartier austauschen. Wir zeigen Filme, die als Basis für Diskussionen dienen. Die Gründe dafür sind zahlreich und akut!

Donnerstag, 21. Juni, 21 Uhr 

Vorfilm:
En duva satt pa en gren och funderade pa tillvaron
(Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach)
Ausschnitt, Roy Anderson, Schweden, 2014, s/d, 101′

Hauptfilm:
Mon Oncle
Jacques Tati, Frankreich, 1958, f/d, 117′

Donnerstag, 28. Juni, 21 Uhr

Vorfilm:
bolo bolo – Utopia in Zürich
Willi Bühler (Zeitgeist SF), Schweiz, 1987, d, 10′

Hauptfilm:
Das Gegenteil von Grau
Matthias Coers & Recht auf Stadt Ruhr, Deutschland, 2017, d, 90′

Dusse Schloofe!

 

Am Samstag, 2. Juni eigneten sich um acht Uhr circa hundert
Personen den Markplatz an – um dort eine Nacht vor dem Rathaus zu
verbringen. Auf dem Platz wurden behelfsmässige Zelte aufgebaut und
Nachtessen gekocht. Schliesslich übernachteten circa vierzig Personen
unter freiem Himmel mit Mätteli und Schlafsack.

Die Aktion wurde von Recht auf Stadt Basel organisiert, ein
Zusammenschluss von abriss- und kündigungsbedrohten Häusern,
nachbarschaftlichen Initiativen und Einzelpersonen. Wir schliefen
draussen, um symbolisch zu zeigen, dass viele von uns bereits ihr
Zuhause verloren haben oder zu verlieren drohen. Der Steinengraben oder
die Mattenstrasse sind nur zwei bekannte Beispiele, doch gerade in den
ärmeren Basler Quartieren nehmen Massenkündigungen weiter zu.

Fotos:

«Es ist wieder an der Zeit, draussen zu schlafen», hiess es auf dem
Flyer zur Veranstaltung. Damit bezogen sich die Initiant*innen direkt
auf die gleichnamige Aktion, die am 12. Juni 1979 auf dem Marktplatz
stattfand. Nachdem sich Betroffene des Abrisses der Häuser am Unteren
Rheinweg/Florastrasse gegen ihre Verdrängung wehrten, solidarisierten
sich zunehmend andere Mieter*innen. Sie riefen zu einer Demonstration
unter dem Motto «Stopp der Zerstörung von günstigem Wohnraum!» auf. Im
Anschluss schliefen Aktivist*innen auf dem Marktplatz – bis sie von der
Polizei geräumt wurden, was zu harter Kritik an der Polizeistrategie von
SP-Regierungsrat Schnyder führte. Die bedrohten Häuser wurden besetzt,
die mietpolitischen Proteste weiteten sich aus.

Heute leben wir erneut in Zeiten der Wohnungsnot und einer noch
aggressiveren Spekulation mit Wohnraum, währendem das Mietrecht auf
nationaler Ebene angegriffen wird. Dies verlangt nach einem verstärkten
politischen Druck der Stadtbevölkerung. Der Regierungsrat laviert, es
gäbe keine Verdrängung in Basel. Die Zuspitzung der Wohnungsnot
anerkennt er nicht. Nicht einmal die am 10. Juni zur Abstimmung
stehenden minimalsten mietpolitischen Forderungen unterstützt er. Doch
die Weigerung, das Problem anzuerkennen und einen Richtungswechsel in
der Basler Wohnpolitik einzuschlagen, unterstützt direkt die Verursacher
dieser Situation: die renditeorientierten Hauseigentümer, Bauunternehmer
und Immobilientreuhänder, die sich im 4XNein-Komitee versammelt haben.

Sie wissen bestimmt nicht, wie es sich anfühlt, aus seiner Wohnung
geworfen zu werden oder monatelang keine bezahlbare Wohnung zu finden.
Wir wissen es. Wir wissen zudem: Der Markt wird es nicht richten. Darum
machen wir weiter.