4000 Unterschriften in vier Monaten!

In nur vier Monaten hat die IG Wohnhof Mattenstrasse über 4000 Unterschriften (und über 400 Statements von Unterstützer*innen) für die Petition zum Erhalt der Mattenstrasse 74/76 gesammelt. Am Mittwoch, 21. März um 16 Uhr haben die UnterstützerInnen die Petition dem Regierungsrat und dem Grossen Rat übergeben. Die Petition an den Kanton Basel fordert, dass die Häuser in das kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen werden. Denn der Besitzer, der katholische Vinzenz-Verein St. Marien, will die historisch wertvollen Häuser abreissen und durch einen gesichtslosen Neubau ersetzen.

Die Übergabe wurde auch von ganz oben unterstützt: Als Schutzpatronin gegen Gentrifizierung erteilte die Santa Mari La Juarica De Basilea ihren Segen für die Mattenstrasse – und alle weiteren bedrohten Häuser in Basel. Die Schutzheilige ist erstmals im Stadtteil Juárez in Mexico-Stadt den von Verdrängung Bedrohten erschienen. Nun beschützt sie auch in Basel alle MieterInnen und bereits Verdrängte.

Zur Huldigung der Schutzpatronin wurden die Unterschriften in einer bunten Prozession mit Madonnenstatue, Weihrauchritualen und Gebeten dem Kanton Basel-Stadt übergeben. Die Prozession führte von der Mattenstrasse zum Rathaus. Dort sprach die Maria persönlich zu den Menschen und überreichte ihnen die weltliche Verantwortung im Kampf gegen Gentrifizierung und Verdrängung: Denn Verdrängung ist nicht gottgewollt.

 

PETITION AN DEN KANTON BASEL-STADT

Für den Erhalt der Mattenstrasse 74/76!

Uns ist unbegreiflich, warum die gut erhaltenen Vorderhäuser Mattenstrasse 74 und 76 (Baujahr 1899) sowie das einzigartige Ensemble mit seinem ländlichen Holzhaus (das „Hüsli“ ist von 1880), seinem weissen Hinterhaus (1898) und dem grünen Hof mit seinen alten Bäumen für ein konventionelles Neubauprojekt abgerissen werden sollen!

Obwohl die Mattenstrasse 74 in der letzten Planrevision in den Ortsbildschutz aufgenommen wurde, will die «Vinzenz-Konferenz St. Marien» diesen Lebens- und Arbeitsraum mit 15 kostengünstigen Wohnungen, Ateliers sowie Café Samstag zerstören und durch einen Neubau mit 21 Wohnungen zu Marktmiete ersetzen. Damit würden auch die hier lebenden Menschen aus ihrem Zuhause verdrängt.

Die Unterzeichnenden fordern, dass das historisch bedeutsame Häuserensemble in das Denkmalverzeichnis eingetragen und die Ortsbild-Schutzzone in der nächsten Planrevision auf das Vorderhaus der Mattentrasse 76 ausgedehnt wird.

Das Häuserensemble der Mattenstrasse 74/76 ist historisches Zeugnis der Stadterweiterung Kleinbasels und muss der Nachwelt erhalten bleiben. Aufgrund der speziellen städtebaulichen Anordnung des Hinterhofs und der vielen im Original erhaltenen baulichen Details der Häuser und Wohnungen anerkannte auch die Denkmalpflege das Ensemble als schutzwürdig, ebenfalls befindet es sich in der Schutzzone A des nationalen Ortsbildschutzinventars ISOS. So besteht ein öffentliches Interesse an der Unterschutzstellung des Ensembles!

Die Eigentümer haben ungeachtet des historischen Wertes die Instandhaltung der vererbten Liegenschaft seit zwanzig Jahren vernachlässigt. Ein solch nachlässiges Verhalten darf bei denkmal- oder ortsbildgeschützten Häusern keine Schule machen!

Die Eigentümer argumentieren, dass eine Renovation zu teuer käme. Doch die Bausubstanz der Häuser eignet sich für eine sanfte Renovation. Damit könnte die Wohnnutzung ohne Verlust des historischen Wertes vergrössert werden. Die Bewohnerschaft wäre bereit, die Liegenschaft im Baurecht zu übernehmen und zu renovieren. Davon würde der Vinzenzverein profitieren und der Innenhof bliebe erhalten. So kann der Hof dem Quartier weiter geöffnet werden, denn:

Eine lebendige Stadt lebt auch von der Sichtbarkeit ihrer historischen Substanz!

Weitere Argumente gegen einen Abriss und Neubau:

LEISTBARER WOHNRAUM ERHALTEN: Mit einem weiteren Neubauprojekt geht der Stadt Basel erneut leistbarer Wohnraum verloren. Stattdessen könnte mit einer sanften Renovation der Zustand der Liegenschaft verbessert werden, ohne dass kostengünstige Wohnungen zerstört würden.

VERDRÄNGUNG STOPPEN: Mit einem Neubau wird ein existierendes soziales Wohnprojekt zerstört. Die hier lebende Hofgemeinschaft würde verdrängt werden. Ebenso sind der Innenhof und das Café «Samstag» für Menschen aus der Nachbarschaft ein wichtiger, informeller Treffpunkt.

SOZIALE STADTENTWICKLUNG: Das Rosental-Quartier ist jenes Basler Stadtviertel, dass in den letzten Jahren die höchste Verdichtung von Wohnraum erfahren hat. Das historische Rosental muss nicht vordringlich verdichtet werden. Mit dem Bau der Erlenmatt hat sich auch die Struktur der Quartierbevölkerung geändert. Ein Erhalt des kostengünstigen Wohnraums hält die Gentrifizierung des Rosental auf. Der Denkmalschutz der Mattenstrasse 74/76 ist wichtig, um einen klaren städtebaulichen Abschluss des historischen Rosentals gegenüber der Erlenmatt zu erhalten.