Kristin Kohler: «Verein Vinzenz Konferenz St. Marien verliert sein Gesicht nicht, wenn…»

«So verarmen unsere Städte! Gewachsene, funktionierende und zahlbare Häuser werden niedergerissen um teuren Wohnraum zu gewinnen. Jedes Quartier gleicht dem anderen, jede Stadt der anderen. Da wo Lebensraum für engagierte Bürger mit sozialem Engagement über Jahre gewachsen ist, wo Lebensqualität und nachbarschaftliche Beziehungen Alltag bedeuten, wo Netzwerke entstanden sind für Alt und Jung, für Familien mit Kindern und Einzelpersonen, für Künstler, für Studenten, für Menschen denen Menschlichkeit wichtiger ist als ein prall gefülltes Bankkonto, da soll nach dem Willen der Eigentümerin ein Neubau entstehen mit Wohnungen für Gutbetuchte.

Neubauten mit teuren Wohnungen sind kaum eine Bereicherung für die Stadt. Man kennt sie doch bis zum Überdruss, die geschichts- und gesichtslosen Neubauten, deren Bewohner wenig Interesse an einem lebendigen Quartierleben haben. Es gibt sie überall.
Es sind Kleinode für grosse Städte, Hausgemeinschaften wie die Mattenstrasse 74/76 so wie sie jetzt ist. Die Abreissmanie der vergangenen Jahrzehnte hat die Meisten dieser Quartieroasen zerstört. Die Mattenstrasse 74/76 in ihrer gewachsenen Durchmischung steht und lebt noch, lasst sie so weiterleben. Sie ist eine vom Aussterben bedrohte Gattung, eine erhaltenswürdige Seltenheit in unserer jetzigen Zeit, in der die uniforme, angepasste Lebensart überwiegt.

Der römisch katholische Verein Vinzenz Konferenz St. Marien verliert sein Gesicht nicht, wenn er seinen jetzigen Standpunkt in dieser Angelegenheit nochmals überdenkt, im Gegenteil!»

Kristin Kohler, Winterthur – Bürgerin von Basel Stadt